Költschseerinne – Ein schwindendes Moor

Als 2024 der Fontane-Wandermarathon stattfand, führte die Strecke hinter Dannenwalde durch das ehemalige Munitionslager und streifte dabei die Költschseerinne. Diese rund zehn Hektar große, langgezogene Moorrinne, die überwiegend mit Erlen bestanden ist, liegt hier umgeben von Forsten und bildet eine Abflussrinne des Großen Költschsees. Während 2017 die Wasserstände hier ein Durchqueren unmöglich machten, zeigte sich in den Folgejahren ein fortlaufendes Absinken.

Heute zeigt sich ein recht erschütterndes Bild: Im Graben fließt nur unregelmäßig flach Wasser, unter den Erlen finden sich weitreichende Krautfluren, die in großen Teilen von Brennnesseln und Kratzdisteln durchsetzt sind und schaut man sich die Erlen genauer an, so entpuppen sie sich als Zeugen ehemals nasser Verhältnisse. Wie auf dem Bild erkennbar ist, kann die Erle bei hohen Wasserständen stammansässige Adventivwurzeln (Stelzwurzeln) ausbilden, die eine Wurzelatmung unter den sonst sauerstoffarmen Verhältnissen des nassen Standortes ermöglichen und der Erle auf den lockeren Böden mehr Stabilität geben. Heute stehen die Erlen auf dem Trockenen.

Die Erlen stehen auf dem Trockenen (Foto: Flächenagentur/SW).

Der Revierförster und der Eigentümer des Gebiets erkannte diese Problematik und über die Vernetzung mit dem Naturpark wurde der Kontakt zur Flächenagentur geknüpft. Kurzerhand stand fest: Im Rahmen eines Flächenpools sollten in der Költschseerinne Maßnahmen ergriffen werden, die eine Verbesserung des Wasserrückhaltes ermöglichen sollten. Der Schutz der liegenden Moorböden war hierbei das erklärte Ziel.

Und damit nicht genug: Über den Kontakt mit dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land und die Vernetzung mit dem Eigentümer, konnten weitere potenzielle Projektflächen für Flächenpools oder auch MoorFutures in die Untersuchungskulisse aufgenommen werden. So zum Beispiel das Gramzower Luch etwas nördlich oder ein kleiner Bruchwald in der Nähe des Wentowsees.

18. Kleiner Naturschutztag: Oh, spannend ist es im Moor zu stehen

Trockene Moorlinse in der Költschseerinne (Foto: Flächenagentur/SW).

Dass Moore spannende Lebensräume sind, steht heutzutage im Prinzip außer Frage. Sie verbessern den Wasserrückhalt, tragen zum Bodenschutz bei, bieten Lebensraum für hochsensible Arten, erfüllen Pufferfunktionen, und sind echte Klimaschützer. Große Worte – viel dahinter und genau hier konnten wir am 26. Februar 2025 beim 18. Kleinen Naturschutztag des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land thematisch eintauchen.

Eintauchen im wahrsten Sinne des Wortes: Wasser war das beherrschende Thema der Veranstaltung. Über die Einflüsse des Bibers auf die Laichdynamik der Forelle, hin zu Moorseen und deren Bedeutung für wundersame Pilzarten und deren Beitrag zur Kohlenstoffdynamik in Mooren. Auch die Amphibien durften in diesem Zusammenhang nicht fehlen, wo unter anderem die Stiftung NaturSchutzFonds zu dem Projekt FROG referierte.

Die Flächenagentur Brandenburg GmbH möchte den Nachklang dieser Veranstaltung gerne nutzen, um eines der Moorschutz-Projekt zu beleuchten, das in Zusammenarbeit mit dem Naturpark entstand.

Maßnahmenbeginn 2025 in der Költschseerinne

Mit schwerem Gerät werden Verwallungen angelegt (Foto: Flächenagentur/SW).

In der Költschseerinne wurden durch die Flächenagentur zu Beginn bodenkundliche und vegetationskundliche Untersuchungen durchgeführt. Im Rahmen der Erstellung eines hydrologischen Gutachtens, wurden dann Messstellen zum Monitoring der Wasserstände eingerichtet und mögliche Maßnahmen für einen höheren Wasserrückhalt unter gemeinsamer Absprache mit den Beteiligten entwickelt. In Kooperation mit dem zuständigen Wasser-Boden-Verband konnten die geplanten Maßnahmen detailliert ausgearbeitet werden, sodass auch genehmigungsrechtliche Fragen konstruktiv und abschließend geklärt werden konnten.

Die Flächenagentur Brandenburg und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land bedanken sich für die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren und blicken gespannt auf alles, was kommt – im besten Fall auch etwas Regen!